woher stammen die vielen redewendungen über zähne?

Woher stammen die vielen Redewendungen über Zähne?

In passenden Situationen bringen Redewendungen häufig eine Sache genau auf den Punkt, wo sonst eine umständliche und wortreiche Umschreibung nötig wäre. Dabei gibt es so einige Sprüche, die mit Zähnen zu tun haben. Bestimmt haben Sie die eine oder andere Redensart schon mal gesagt oder gehört: „Zahn um Zahn“, „Zähne zeigen“, „einen Zahn zulegen“ oder „auf den Zahn gefühlt“ werden ganz selbstverständlich im Alltag benutzt. Kennen Sie auch deren Ursprung?

Zahn um Zahn

Dieser Spruch besagt, dass man andere so behandeln soll, wie man selbst behandelt werden möchte. Der Ursprung ist im Alten Testament zu finden und ein Aufruf zur Rache und Vergeltung: „Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.“ Was sich für uns heute streng anhört, bedeutete früher das Gesetz jedoch ein Stück Sicherheit.

Zähne zeigen

Jemanden die Zähne zeigen bedeutet, starken Widerstand zu leisten und sich zu wehren. Der Ursprung dieser Redewendung liegt in der Tierwelt: Wenn Raubtiere sich bedroht fühlen, fletschen sie die Zähne, um zu zeigen, dass sie bereit sind anzugreifen. So wirken sie bedrohlich.

Einen Zahn zulegen

Häufig hören wir noch den Spruch: „Leg mal einen Zahn zu!“, wenn sich jemand beeilen soll. Der Ursprung ist sogar bis auf das Mittelalter zurückzuführen. Gemeint ist nicht der Zahn im Kiefer, sondern die Stange eines Kesselhakens mit Zacken, die auch als Zähne bezeichnet wurden. An diesen Zähnen konnte der Kessel höher, also weiter vom Feuer weg, oder tiefer eingehängt werden. Wollte man, dass das Essen schneller fertig wird, hing man den Kessel tiefer – legte also „einen Zahn zu“.

Auf den Zahn gefühlt

Diese Redewendung geht vermutlich auf die Anfänge der Zahnmedizin zurück. Ende des 17. Jahrhunderts gab es noch keine Zahnärzte. Wer Zahnschmerzen hatte, musste zum Barbier oder Dorfschmied. Um herauszufinden, welcher Zahn schmerzt, wurden alle Zähne abgeklopft. Der betroffene Zahn wurde dann mit einer großen Zange gezogen. Heute „fühlen wir jemanden auf den Zahn“, wenn wir denjenigen gründlich prüfen. Bei Zahnschmerzen können wir zum Glück zum Zahnarzt gehen.

Steiler Zahn

Da geht gerade ein „steiler Zahn“ vorbei. Damit ist umgangssprachlich eine besonders attraktive Frau gemeint. Dieser Spruch stammt aus der Jugendsprache der vergangenen Jahrzehnte, besonders der 70er und 80er Jahre. Heute gilt der Ausdruck als veraltet.

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